Norwegen 2017

 

                 Rosfjoden in Südnorwegen

                               06.05.2017  -  13.05.2017                                         Autor: Ralph Schmitz

Inhaltsverzeichnis:

 

 

  1 Einleitung
  2 Unsere Gruppe
  3 Material
  4  Unterkunft
  5 Anfahrt
  6 Aufenthalt
  7 Kosten Tour
  8 Erfahrungen Norwegen
  9 Fazit
  10 nützliche Links

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1    Einleitung

 

Im Folgenden möchten wir in altbewährter Manier über unsere diesjährige Norwegen-Angeltour berichten.

 

Dieser Reisebericht soll nicht nur über bebilderte Fangergebnisse berichten.

Wir wollen auch über den Tellerrand heraus über Erfahrungen, reale Preise in 2017 und Landschaft informieren. Hier sollen viele Bilder bewusst unsere Beschreibungen untermalen.

,

Wir werden versuchen, so objektiv wie möglich zu bleiben.

Jedoch werden eigene Empfindungen und personengebunden Neigungen unvermeidlich und unbewusst Einfluss auf viele inhaltliche Informationen nehmen.

 

Fischgrößen werden losgelöst von allgegenwärtigen Anglerlatein realistisch dargestellt.

 

Der Bericht soll insbesondere unerfahrene Norwegenurlaubern zugute kommen. So werden wir auf begangene Fehler, Dinge, die sich bewährt haben, oder aus unserer Sicht zu beachtende Sicherheitsaspekte hinweisen.

 

Für die vielen Informationen im Vorfeld, die uns in den Vorbereitungen maßgeblich beeinflusst haben, möchten wir uns herzlichst und in tiefter Verbeugung bei den Forenmitgliedern im Norwegen Angelfreunde Forum, die uns hilfsbereit unter die Arme gegriffen haben, ganz, ganz doll bedanken.

Ganz besondere möchten wir dabei Hoddel, Troll, Jens1970 und JJJoe, tulum5 und angelzicke herausheben.

 

Im Forum erhielten wir im Vorfeld umfangreiches Wissen über das Revier, aussichtsreichen Hotspots, Fangtechniken, revierangepaßtes Material, Unterkünfte, Bootsauswahl und noch viel mehr.

 

Dieser Bericht ist tabellarisch struktuiert.

 

So sollen spezifische Themenblöcke leichter nachrecherchiert werden. Somit fällt es dem Leser leichter bestimmte Themen oder Informationen wiederzufinden.

Jedoch wird eine geringfügige Vermischung im Rahmen von Erklärungen oder Erläuterungen und einfließenden humorvollen Satiren unvermeidlich sein.

 

Viel Spaß beim Lesen.

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2   Unsere Gruppe

 

 

 

Die Lastigkeit auf zum Teil doch unterschiedlichen Interessenschwerpunkte der Einzelnen in Bezug auf Angeln und Geselligkeit verteilte sich doch über eine gewisse Bandbreite.

 

2 von uns sind dem Norwegen/Norwegenangeln in Gänze verfallen. Schon in den Vorbereitungen wurde reviertechnisch und materialtechnisch alles Erdenkliche von allen Seiten abgecheckt und ausgekundschaftet. Man nervte und löcherte im Norwegen Angelfreunde Forum die Forenmitglieder, bis zur unübertrefflichen Peinlichkeit.

 

2 weitere unserer Gruppe sind norwegenverliebt und überaus interessiert und werden der Angelei definitiv den Hauptanteil geben.

Aber auch wenn diese beiden sich auch gut vorbereitet haben, werden sie nicht an den beiden zuvor beschriebenen Verrückten heranreichen.

 

Ein weiter Geselle wird mit Sicherheit mitangeln. Aber hier ist die Gemütlichkeit der Hauptpart.

 

Einer wird das erste Mal in Norwegen sein und zeigte im Vorfeld schon sehr viel Interesse.

 

So sind wir ein durchmischter Haufen.

 

Das Gute daran ist; zumindest bei uns, dass die unterschiedlichen Ansichten keine Probleme in der Gruppe darstellen, da die individuellen Neigungen von vorne herein bekannt sind und von jedem akzeptiert werden.

 

Wer von uns welchen Part erfüllt möchten wir hier nicht angeben. Aber wer den Bericht bis zum Schluss liest, weiss wer wo einzustufen ist.

 

Einen Angelfreund, der aus gesundheitlichen und beruflichen Gründen leider nicht dabei sein konnte, möchte ich hier erwähnen. Peter ist sonst immer dabei.

So hat Frank seinen Platz bekommen.

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3    Material

 

Unser Material besteht aus bereits vorhandenen, bewährten Komponenten; aus vergangenen Norwegentrips, und neuem, revierangepassten leichten Materialien.

Wir stellen euch unser nicht unbedingt hochwertigste und teuersten Komponenten gerne mal vor.

 

Da ich mein Material genau kenne und das Material der anderen nur flüchtig kenne, beschreibe ich einfach mal mein Norwegentackle.

 

 

Ich habe 3 Ruten, die zum Rosfjord mitgehen sollen.

Bootsrute:      Okuma  -  Solterra  -  2,28 m  -  30 - 50 lbs

Für Südnorwegen völlig überdimensioniert.

Jedoch ist sie aber angedacht für mal den erträumten Fisch des Lebens in West-/ oder Nordnorwegen zu fangen.

Die Bootsrute blieb im Nachhinein aber dann doch zu Hause!

 

Spinnrute:     Spro - Norway Expedition Jerk Spin - 2,10 m - 60-150g

Ralphs absolute Lieblingsrute mit viel Rückgrat. Bis jetzt zum leichten, mittelschweren Pilken, Jerken und Schleppen verwendet.

 

leichte Spinn:  Gunki Saburrau Yama C-XH  -  1,98 m  -  30-80g

Eine neue Anschaffung zum leichten Spinnangeln und vielleicht leichtem Pilken für Südnorwegen. Sie hat sehr viel Rückgrat. Ob sie sich bewährt macht lest ihr im Verlauf.

 

Dazu kommen noch:

 

Für die Okuma Solterra

eine DAM Quick Steel Power (Multirolle) ohne Schnurführung mit nicht mehr bekannte Nano-Schnur mit ca. 20kg. Ohne Schnurführung  - war Ralph sehr wichtig.

Blieb aber mit der Bootsrute auch zu Hause!

 

Für die Spro norway

eine Penn Stationärrolle mit der WFT Dynamix 0,16mm (11,6 kg) Multicolor.

 

Für die Gunki Saburrau

eine Baitcast Abu Garcia Pro Max II mit einer WFT Dynamix 0,10 mm ((angeblich) 10 kg) unigelb. Leider gingen nicht die erhofften 300m auf diese kleine Multi. Ca. nur knapp 200m.

 

Wenn man mal so überlegt, dass manch ein Angler in seinem Leben noch keine 100 Euro für seine Angelausrüstung ausgegeben hat.

Bei Aldi komplette Angelausrüstungen für 15 Euro liegen und Rene, Ralph und Giovanni je alleine für über 100 Euro nur Schnur montiert haben!!!???

Und damit liegt sie noch nicht mal in der Oberklasse. Ist schon verrückt.

 

Und jetzt einfach mal so angemerkt:

Ich musste eben, beim Korrekturlesen, für mich alleine Schmunzeln.

Der Satz -2 Abschnitte höher- (Für die Gunki Saburrau eine Baitcast . . . ).

Lest den Satz doch einfach nochmal. Wenn deine Mutter oder deine Frau diesen Satz lesen würden . . . was die dabei wohl denken??? Vor 6 Jahren hätte ich als Angler selber nur Bahnhof verstanden.

 

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4     Unterkunft

 

Da wir uns erst sehr spät (Anfang Januar) dazu entschieden haben unseren alljährlichen Angelurlaub in Norwegen zu verbringen, hatten wir das erhebliche Problem, dass wir uns quasi mit den Überbleibsel an Unterkünften, die noch im Internet zu finden waren auseinandersetzen mussten.

 

Das ganze 'Hin und Her' und 'die Qual der Wahl' möchte ich hier im Einzelnen gar nicht erörtern.

Da einigen von uns es nach 3 Wochen Hin und Her zu viel wurde, und zu viel Meinungen und "Aber ...." zu keinem Ergebnis führte, haben sich Rene und Ralph alleine auf die Suche gemacht.

Da Rene´ und Ralph durchaus über die Wünsche der Einzelnen Bescheid wussten, der Preis nicht völlig egal war und da auch noch gute Boote dabei sein sollten war es echt die undankbare Wahl zwischen Pest und Cholera.

 

Nicht, dass es schlechte oder überteuerte Objekte waren. Aber an allen zu findenden Unterkünften war irgendwas, was nicht passte.

 

Einmal war es die Lage (zu weit zum Wasser/ zu hoch / zu weit zu Fanggebieten etc.), dann waren es die Boote (zu klein / zu teuer / keine Anlegemöglichkeit / zu wenig PS, zu weit vom Haus weg, etc.), dann war es allgemein zu weit (Egersund / Stavanger).

 

 

 

Auch das gefundene Objekt war erstmal nicht ohne Kritikpunkte.

 

So wurde es dann die Unterkunft Camilla vom Reiseunternehmen 'Come2norway.de', welches sich in der Region Korshamn, am Rosfjord hinter der Insel Boroy befindet.

 

 

 

. . . und ehe ich hier jetzt mit der tatsächlichen Reise beginne, möchte ich jetzt auch noch erwähnen, dass ich ca. 1 Woche vor Reiseantritt von Fjordline eine Stornierung aufgrund einer defekten Fähre bekommen habe.

 

So musste ich kurzfristig auf Colorline umbuchen. Das klappte zum Glück reibungslos. Die Mehrkosten lagen bei 44 €

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5    Anfahrt

 

 

Endlich geht es los.

 

Am 05.05.2017, um 22:30 Uhr, sind Klamotten, Angelkram und Verpflegung in beiden Pkw verstaut und die Fahrt ging los.

 

Endlich . . . Lang ersehnt geht es über die A1 und die E45 an Bremen und Hamburg vorbei.

 

Das erste Jahr ohne Raucher!

Aber trotzdem haben wir genug Pausen eingeplant. Es soll von vorne herein ohne Stress los gehen.

Da wir die letzte Tanke in Deutschland dummer Weise übersehen haben, mussten wir dann eben in Dänemark nochmal vollgetankt. Danach ging es mit 2 kurzen Pausen weiter nach Hirtshals.

 

Gut 2 Stunden vor Abfahrt sind wir am Fähranleger angekommen und reihten uns brav ein. So konnten die Bandscheiben nochmal gerichtet werden.

1000 km bis Hirtshals sind schon ganz ordentlich.

 

Aber was tut man nicht alles für eine Reise ins gelobte Land .

 

Dann ging es weiter . . . auf die Colorline.

Die Fähre legte pünktlich ab und die Überfahrt verlief gänzlich problemlos.

 

 

 

 

 

Von der Fähre runter ging es dann die ersten Kilometer über die E39 durch unser geliebtes Norwegen .

 

Es waren dann nur noch 87 km durch ein wunderschönes Land.

 

Auch wenn die Bandscheibe sich immer öfter meldete, genossen wir die Fahrt an Fjorde und Seen vorbei.

 

Foto aus dem Pkw

 

 

Erstes Bild von unserer Terrasse

 

 

So, endlich da.

 

Der erste Eindruck war nicht sehr gut.

Wir wussten, dass das Objekt 'Camilla' frisch umgebaut wurde.

Aber leider wirkte die Außenanlage; insbesondere unter dem Haus, gelinde gesagt sehr unaufgeräumt.

 

Jetzt bloß nicht den Mut verlieren. Hoffentlich sieht es drinnen . . .

     Unter dem Haus (Frontansicht)         Sehr schade!

 

 

   Weitere Ansichten   -   direkt im Blickfeld   -   nicht schön

 

 

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6    Aufenthalt

 

Und hier nun der Aufenthalt:

 

Vorab: Es war ein sehr schöner Aufenthalt mit einer sehr schlechten Angelei!!!

 

Samstag, 06.05.2017:

Samstag, 06.05.2017  -  Ankunftstag:

 

Wir sind gegen 17:45 Uhr an unserer Unterkunft angekommen.

Wie schon gesagt, waren wir sehr müde und der erste Eindruck war ernüchternd.

Aber nach dem ersten Blick durch die Fenster machte die Inneneinrichtung einen sehr guten Eindruck, was sich später auch bestätigte.

 

Wie versprochen erschien gegen 18:00 Uhr der Vermieter. Er sprach ganz gut Deutsch und die Haus-/Bootsanweisung wurde zügig und unkompliziert vollbracht.

 

Es war wunderschönes Wetter und wir beschlossen dies mit einem Grillen auf der Terrasse auszunutzen.

 

Während dessen konnten wir einen großen Makrelenschwarm auf dem Fjord (im Bild oben rechts) sehen. Das lies uns angeltechnisch für die kommende Woche hoffen.

 

Trotz Müdigkeit war die Stimmung außerordentlich gut. Grillgut, Wein, Bier und Schnaps landeten auf den sonnenüberfluteten Terrassentisch . . .

 

Aber ich konnte es mir einfach nicht nehmen lassen 'einen ersten Ausflug auf dem Wasser vorzunehmen'.

 

Zu groß war die Sehnsucht.

Es konnte keine weiterer Interessent gefunden werden. So bin ich dann alleine raus; was auch etwas für sich hatte.

 

Draußen genoss ich allein den Moment.

Auf dem Boot, im Fjord. Ich konnte die Natur; die Urgewalt der Berge, die Tiefe und Kraft vom Fjord, das leichte Plätschern des Seewassers am Bootsrumpf, dabei die flüsternde Stille in und um mich, so richtig intensiv spüren und in mich aufsaugen.

Hier konnte ich meine heftige Norwegeninfizierung einbalsamieren und genau spüren, dass sie wohl nie wieder weggehen wird. Eine sehr schöne Krankheit.

 

Ich glaube, dass manch einer, der das hier so liest, weiß was ich meine.

Andere werden mich für bekloppt halten. Dann ist das halt so . . .

 

Die Ausfahrt war wie gerade beschrieben unbeschreiblich schön.

Natürlich habe ich auch geangelt. Das war aber dann doch nicht so erfolgreich. War aber gar nicht so schlimm. Gefühlstechnisch war ich mit dieser 1,5 stündigen Ausfahrt übermässig befriedigt.

 

Der Abend ging noch lang und was bereits abzusehen war: es wurde eine gelungene aber 'schwere Trinkung', die nur Rene durch einen frühen Bettgang entging.

Für andere war es doch folgenreich. Dazu später mehr.

 

Zusatz:

Ich hatte mir vorgenommen, für das Forum 'Norwegen-Angelfreunde' einen Livebericht zu fertigen. Das habe ich auch gemacht. Aber sowas ist nicht einfach.

Ich fotografiere gerne und viel, kümmere mich recht viel um die Boote (Sprit etc.), habe wie jeder andere auch logistische Aufgaben in der Gruppe, gehöre zu den extremen Vielanglern, bin Bestandteil der Gruppe und kann und will mich nicht immer raus tun.

Das ist verdammt VIEL!!!!

Dieser Livebericht war in diesem Zusammenhang grenzwertig was das Gruppengefüge, den Erholungsfaktor und die Menge Schlaf anging.

Ich habe viel nach dem Essen geschrieben. Konnte aber nicht immer nur schreiben und musste/wollte mich unbedingt auch der Gruppe zuwenden. So wurde es für mich auch schon mal 03:30 Uhr. Und 06:00 Uhr war eigentlich immer Tag.

 

So ein Bericht; jedenfalls so wie ich ihn gestaltet habe kostet viel Zeit.

- Schreiben

- Korrekturlesen ( trotzdem viele Fehler !? )

- Bilder raussuchen

- Bilder bearbeiten

- Bilder komprimieren

- Bilder sortiert im Bericht verarbeiten

Dann noch die vielen 'Danke' der mir bereits bekannten Forenmitglieder verpflichteten mich diesen Livebericht auch durchzuziehen. Hab ich aber auch sehr gerne gemacht. War aber nicht immer einfach.

 

Wer noch nicht gelesen hat und Interesse hat:

http://www.norwegen-angelfreunde.de/showthread.php?36147-Livebericht-Rosfjord-Mai-2017

 

 

Sonntag, den 07.05.2017

Nach dem Frühstück wollte jeder angeln. Erst einmal holten Rene und ich an der Texaco in Lyngdal Sprit für die Boote.

 

An dieser Stelle verliere ich eben mal ein paar Worte über die Boote:

 

Zum Haus gehörte das Yellowboot, welches bei der Buchung als 5- Personenboot angegeben war. Da wir zu 6 waren, haben wir ein kleines Boot dazu gemietet.

 

Die Boote waren TOP!!!!!!

Das Yellowboot war mit einem hagelneuem gepimpten 20 PS Yamaha-Motor

und das kleine Pionier-Kunststoffboot mit einem auf 15 PS gepimpten Yamaha ausgerüstet.

Beide Motoren liefen die ganze Woche einwandfrei!!!

Man wünschte sich bei dem Yellowboot bei einer 5-Mann-Besetzung doch etwas mehr Geschwindigkeit. Per App haben wir 15 km/h gemessen.

 

Wenn sich im Yellowboot jemand bewegte, kam es unweigerlich vom Kurs ab. So musste der Bootsführer ständig nachlenken.

 

Das kleine Boot ging mit 2 Mann gute 35 km/h. Wir waren schon ein paar Mal in Norwegen. Aber diese beiden Boote waren von technischen Zustand bislang die Besten.

 

. . .  und wenn wir einmal dabei sind.

 

Die Steganlage:

Naja. Diese, die Treppenanlage dorthin und der Filetiertisch waren dann doch nicht so gut.

Die Treppenanlage war in Teilen selbst für Trittfeste nicht ungefährlich.

Der Steg selber war auch Überholungsbedürftig und nicht unbedingt eine Augenweide.

Aber der Renner und damit absolut erwähnenswert, war der Filetiertisch.

 

Der bestand aus einer ca. 1 m x 0,40 m großen messertötende Steinplatte mit einem mässig sinnigen Becken in der Mitte. So ergab sich überhaupt keine Auflage für den zu bearbeitenden Fisch.

 

Fließendes Wasser gab es auch nicht.

 

Wir haben unsere Fische dann im Boot (unterwegs) ausgenommen und in der Küche weiterverarbeitet. Der Filetiertisch unten am Steg ging gar nicht.

Machen wir mal mit der Angelei weiter.

Da wir uns bereits vor dem Urlaub ausgiebig mit der aktuellen Fangsituation im Bereich beschäftigt haben, war uns von vorne herein bewusst, dass es im Fjord keinen rechten Sinn macht. Das hat sich im Laufe der Woche auch im Ganzen bestätigt.

So sind wir (Rene, Giovanni, Frank und ich) dann direkt in Richtung Fjordmündung rausgefahren.

Dort wurde uns erstmals die ungewohnten Entfernungen in freies Wasser bewußt und rief bei uns ein Unbehagen hervor, in wie weit zum Beispiel Yestesteinen von uns entfernt war. Wir waren uns garnicht sicher, ob wir uns so weit hinaus wagen sollten.

 

Es war für uns Fjordangler ungewohntes Terrain. Und eigentlich sollte es auch so bleiben.

 

Yestensteinen (Bild rechts) war doch weit draußen.

 

So tasteten wir uns im Rahmen von einigen erfolglosen Driften immer näher heran. (Siehe Bild unten)

 

Näher dran waren wir im Laufe der Woche nicht mehr.

 

Aber von dieser Stelle aus (wo das Foto gemacht wurde) waren wir auf einem Hotspot - ein 49 m Plateau -

 

Hier konnten wir auch unsere ersten Erfolge verbuchen.

           Renes erster Rotbarsch

 

 

Die ersten Küchen - Seelachse

 

 

. . . und Franks erster Fisch in Norwegen

 

 

Das war es dann auch schon für den Vormittag.

Danach sind wir reingefahren und Helmut fertigte uns ein leckeres Mahl.

Natürlich ging es dann nachmittags wieder raus.

Diesmal waren Rene, Giovanni, Klaus und ich im Boot.

 

Jetzt blieben wir im Mündungsbereich. Auch hier machten wir einige Drifte an uns bekannten Hotspots. Diese verliefen aber alle negativ.

 

Auf dem Weg zur Unterkunft versuchten wir es gegenüber des Steinbruchs, ca. 300 hinter der Stange. Auch ein Hotspot von Hoddel.

 

Wir fingen bei ca. 40m an und trieben schnell Richtung Fjordinnere in tieferes Wasser.

Bei 120 m hatten Giovanni und ich beide in Grundnähe gleichzeitig Biss. Ich verlor meinen Fisch beim Drill wieder und lies nochmal runter. Unten angekommen hatte ich sofort wieder Biss.

 

Diesmal konnte ich meinen Fang hochdrillen und landen. So auch Giovanni.

 

Giovanni erfreute sich über einen schönen Seelachs.

 

Ich erfreute mich an einem für dortige Verhältnisse schönen 68 cm Dorsch. Der auch für unsere Woche der größte Fisch bleiben sollte.

            Giovannis Seelachs

 

 

            Ralphs 68er Dorsch

 

 

   Auch Klaus war mehrfach erfolgreich

 

 

Jaaaa . . .  so eine kleine Anekdote muss ich an dieser Stelle doch reinbringen. Es wird ja kein Namen genannt . . . hihi . .

Also. Mein Angelnachbar (auf dem Boot) beugte sich in einem doch sehr ruhigem und fangfreien Moment so unverhofft und ohne jegliche Ankündigung ganz plötzlich nach vorne und fing so ganz ohne Vorwarnung an durch "Bröckelhusten" die Fische zu füttern. Uuuhiiiiii.

 

Lag wohl an der 'etwas schweren Trinkung' am Vorabend.

Naja, außer ein paar blöden Sprüchen und 3 weiteren Wiederholungen seiner Fischfüttermaßnahme ist nichts weiter passiert. Weiß ja keiner wer es war. Hihi.

 

Weiter mit der Angelei.                                                                                                       Giovanni

 

Jetzt muss ich aufpassen!

Ich berichte hier nur von den Fangerlebnissen und erzeuge damit ein falsches Bild bezüglich der Realität.

Ja, wir haben was gefangen! Das stimmt!

 

Aber . . . in Anbetracht, dass wir mit alle Mann so gut wie den ganzen Tag auf dem Wasser waren sind 6 oder 7 Küchenfische als Gesamttagesergebnis nicht unbedingt eine frohe Kunde. Wir haben viele erfolglose Drifts durchgeführt, die in dieser Landschaft auch sehr schön sind. Aber etwas zu fangen gehört dann doch dazu.

 

     Neuling Frank bei der Ausfahrt

Übrigens: Der liebe Frank hat seine Angelkiste beim Autopacken zu Hause stehen lassen. Ohhhhh

Jetzt kann man sagen: Ihr seid zu blöd oder ihr könnt es nicht. OK, vielleicht ist es so.

Aber dann waren in den letzten Wochen, wie jetzt aktuell auch, nur welche im Rosfjord, die zu blöd sind/waren.

 

Nein, wir haben uns schon informiert; haben auch so Infos wie: Top-Farbe weiß oder den Kletten wahrgenommen.

Aber weiß war für uns genauso unfängig wie andere Farben.

 

. . .  und Kletten: ein eigenes Thema.

 

Die Kletten sind aus unserer Sicht verdammt weit draußen. Jenseits der geschützten Fjorde. Wir allesamt leidenschaftliche Fjordangler behagte/reizte das überhaupt nicht und wir wollten wegen der schwach motorisierten Boote von einer Ausfahrt auch absehen.

 

Aber im Rahmen von mangelnder Fangquoten und Kleinfischen kamen wir ins Grübeln. Wir wollten neben der schönen Norwegen-Landschaft und unserer tollen Gemeinschaft auch erfolgreich angeln und nicht nur unsere Systeme im Fjord baden und dabei auch noch vieeeele verlieren.

 

 

Nein, es war nicht unbedingt Angst.


Ich, sowie auch 3 weitere von uns sind aktive Bootsbesitzer mit zum Teil viel Erfahrung. Ich selber bin seit 25 Jahren im Bootssport aktiv mit Küstenerfahrung.


Dabei sind wir wahrlich nicht die penetranten Freizeitskipper, die das Gesetz erfunden haben und nach dem Motto 'Ordnung muss sein'. leben.

 

Nein, es ist so eine Mischung aus Respekt, Verantwortungsgefühl und Einstellung.

 

 

Was bewegt uns zu unserer Einstellung nicht auf die Kletten zu fahren?
 

Wir sind gerne in Norwegen. Einige von uns sind auch unheilbar infiziert.
 

Aber unser Bild von Norwegen ist mit den traumhaften Landschaften der Fjorde verbunden. Plattes Wasser können wir überall haben.

 

Wir haben auch gerne die Kisten voll Fisch. Keine Frage. Aber nicht als Schwerpunkt unseres Urlaubes!!!

 

Einige von uns hatten früher mal diese Einstellung 'bloß volle Kisten'.

 

Aber wir haben die Erfahrung gemacht, dass sich diese Einstellung ändert, wenn nur einer dabei ist, der die anderen Werte

               (Freunde, Spaß haben, Landschaft, Norwegen, Fjorde erleben und genießen etc.)

leben.

 

Die Fischgeier merken dann schnell, dass man doch viel lockerer ist, wenn man nicht immer unter Fangdruck steht, und dass dann letztendlich ein doch vieeel schöneres Urlaubsergebnis mit sich führt.

 

Wenn die Kisten voll sind, bedeutet es doch letztendlich auch, dass wir gut gefangen haben.

 

          Und das 'Gut gefangen haben' ist ein toller Indikator, dass der Urlaub erfolgreich war.

 

Damit auch ein wichtiges Kapital, dass der Urlaub schön war.

 

Das Motto sollte doch besser sein:

 

                'GUT GEFANGEN'                     und nicht                   'Die Kisten voll'

 

Im Ergebnis das gleiche, aber nicht dasselbe.

Ein großer Unterschied. Zwei völlig verschiedene Angeltouren mit Freunden.

 

Helmut war garnicht für das offene Meer zu haben und versuchte sich leider mit mässigen Erfolg die ganze Woche im Fjord und im Mündungsbereich. Meist fuhr Frank mit ihm im kleinen Boot.

 

So, dass war mal abseits des Urlaubsgeschehens mal ein kleiner Ausflug zur Einstellung.

 

Aber auch uns trieb es immer mehr zu den Stellen, wo offensichtlich gefangen wurde. Die Kletten. Ein Spagat!!!

 

Da wir am nächsten Tag noch schlechter gefangen hatten und sahen, dass auch noch viel kleinere Boote mit PS-schwächeren Motoren raus auf die Kletten fuhren, schauten wir es uns aus sicherer Entfernung noch einmal an.

Die Boote (ca. 5-6 km weit draussen) entfernt, waren nur kleine Punkte am Horizont.

 

Der Spagat zwischen Skepsis und Fisch fangen wollen, wurde immer intensiver.

 

Dienstag, 09.05.2017:

Aber noch waren wir nicht so weit.

 

Nachdem wir am Montag bei schönem Wetter hinter dem Fjordeingangsbereich nur ein Paar untermassige Köhler, Pollack Leng und Dorsche gefangen haben, mit denen ich euch nicht belästigen möchten, sind wir am Dienstag wieder hinter dem Fjordmündungsbereich raus und haben dort einige Drifts an vielversprechenden Hotspots zwischen 20 m und 40 m versucht.

Aber auch hier kamen nur einige untermassige Babys und ein paar Küchenfische rum.

 

Es war alles langsam frustrierend und ich merkte am Mittag, dass die Stimmung angeltechnisch langsam kippte. Selbst Rene, den man eigentlich nicht aus dem Boot bekommt, wollte sich nachmittags was hinlegen und für den Tag nicht mehr rausfahren. Den Anderen (auch mir) ging es ähnlich/genauso.

          Giovannis Jagdutensilien

 

 

       Im Hintergrund (rechts) Boroy.

 

 

                     Küchendorsch

 

 

Wir sind dann nachmittags doch nochmal raus und haben uns hinter dem Fjordeingang zwischen den Schären versucht.

Aber auch da war es eher schlecht mit den Fangergebnissen. Auch diese Fische möchte ich euch gerne vorenthalten.

Trotzdem konnten wir noch lachen.

Das andere um die Angelei stimmte nachwievor.

 

Wetter, Truppe, Spaß alles passte.

 

 

 

 

Giovanni war nicht nur derjenige, der eine besondere Verbundenheit zum steinigen Grund hatte und die meisten Montagen verloren hat.

 

Nein, er war auch für die außergewöhnlichen Fänge zuständig.

Hier ein Seestern (Gemeine Sonnenstern, lat. Crossaster papposus). War auch mal eine willkommene Abwechslung zu den wenigen Kleinfischen, die wir erbeuten konnten.

Jedoch ist dieser Nachmittag angeltechnisch auch abgehakt.

 

Es konnte noch ein Dorsch von ca. 20 cm zurückgesetzt werden. Weit raus konnten/wollten wir aufgrund von stärkeren Wind nicht.

Bei 8 Grad Lufttemperatur und dem starken Wind wurden die Finger doch ziemlich kalt.

Nach ca. 2 Std. vergeblichen Versuchen in der Fjordmündung

                Boroy (aus Rtg. Fjordausgang)                      sind wir wieder Richtung Heimat.


Dort haben wir zu viert die Außenseite (Fjordinnern) der Insel Boroy abgespinnt.

Auch da waren wir ohne Erfolg, obwohl die Bedingungen dort eigentlich gut waren.
Ja dann nicht.

Wir variieren in den ersten Tagen mit folgenden Methoden:

- Pilken mit allen Farben in den Gewichtsklassen von 80g - 200g mit verschiedenen Drillingsgrößen.
- Gummifische in verschiedenen Größen in vielen Farben.
- Hochwertige Wobbler aller Art und verschiedenen Tiefen laufend.
- Naturködervorfächer variiert mit Kunstoktupus in Rot und Grün und Fischfetzen.

Mit dem Echolot 'Lowrance HDS5' suchen wir die Hotspots von Hoddel, Kanten und auch auf Seekarten selbst gefundene Plateaus.

Was wir nicht fürs Angeln machen wollen: Die Kletten so weit außerhalb anfahren.

Wir machen das Beste draus. Setzten uns bei Vodka Cola und Schlagermusik zusammen und sind wieder beim altbewerten Anglerlatein hängen geblieben.

 

Anglerlatein, ja.

So große Fische, die einige aus unsere Gruppe schon mal gefangen hat, habt ihr noch nicht gesehen.
Bei den Anektoten und selbst zugeteilten Alkohol liefen schwerköstige Schlager, wie:

'Die Liebe ist ein seltsames Spiel', und alle können schön mitsingen. Könntet ihr das hören.

Makrelen konnten wir nicht mehr sehen und auch nicht finden. Das Echolot zeigt eine Wassertemperatur von 8-10 Grad.


Vor 10 Minuten kam die Sonne raus und schien uns in Wohnzimmer. Alles stimmt, auch wenn die Angelei doch enttäuschen ist.

Auch die Musik wurde immer schwerere Kost: 'Ich bin ein Vagabund von Freddy Quinn' Aber irgendwie toll.

Viel mehr kann ich euch leider nicht berichten.
Auf dem Wasser haben wir andere Norwegenjecke getroffen. Aber auch denen erging es wie uns.

Uns ist auch nicht entgangen, dass zum Beispiel 'Weiß' zurzeit die Top-Farbe sein soll.
Das haben wir auch vermehrt getestet.
Unsere Erfahrung: Auf Weiß haben wir noch nichts gefangen. Bei uns wurde, was ebenso so gefangen wurde, auf Rottöne (Rot, pink, orange) gefangen.

Was auch auffiel: 30% der wenigen Fische, welche von uns gefangen wurden, wurden im Körper bzw. im Kopf (nicht im Maul) gehakt.
Wirkte wie: 'Zwar Neugierig, aber nicht in Beislaune!?'

Naja, sei es drum.
Bei ' Trude Herr - Ich will keine Schokolade ' geht es uns gut und mit 5 Vodka-Cola geht sogar das in Ordnung.


Schade, dass ihr nicht dabei wart.   

 

Ich habe noch bis 03:30 Uhr an meinem Livebericht gefeilt und Angelzicke einen Zwischenbericht erstattet.

 

 

Mittwoch, 10.05.2017:

Nach dem etwas verspäteten Frühstück sind wir gegen 09:00 Uhr wieder raus.

Am Leuchtturm vorbei, linksseitig an den Schären vorbei.

 

Parallel zu uns fuhr ein kleines Boot mit 3 Anglern. Diese steuerten offensichtlich die Kletten an.

 

Wir schauten uns das mal an. In Höhe der Insel Markoy (letzte Insel der Schären vor dem offenen Meer) blieben wir stehen.

Das Boot wurde immer kleiner und kleiner und kleiner, fuhr und fuhr ???

Nee, das wollten wir nicht.

 

Da es mit dem Fisch nicht sehr gut aussieht, zieht es uns entgegen unserer Fjordmentalität immer weiter auf das offene Wasser. Aber da läuft es eigentlich nicht sehr viel besser wie auch in der Fjordmündung. Im Fjord selber ging noch gar nichts.

 

Morgens konnten wir 4 massige Fische (Dorsch, Leng, Seelachs) und 3 untermassige Seelachse fangen.

Das war es auch schon. Mehr gibt es vom Vormittag nicht zu berichten.

 

Am Nachmittag:

 

Sind wieder die Schären entlang. Aus einer sprechfreien Grübelstimmung kam es:

 

    " Sollen wir es nicht mal probieren, das Wasser ist ruhig."

 

 

Ok. Lass uns erst noch mal nach Markoy fahren und schauen mal.

 

Gemacht, getan.

Bei Markoy angekommen schauten wir in Richtung Mechkletten. Da sahen wir kein Boot. Links daneben, auf den Lämekletten standen 3 oder 4 Boote.

 

Schweigen.

Dann  - 14:30 Uhr  -  Gashebel runter und los.

 

Wir fuhren Richtung Lämerkletten, da auf den Mechklettenplateau keiner stand. Hat ein wenig Sorge, dass wir am Plateau vorbeifahren. Auf den Lämerkletten standen Boote.

 

Nach gut 20-minütiger Fahrt waren wir da. Die Schäreninseln waren von den Kletten doch näher scheinend, wie wir uns das vorgestellt haben.

 

Doch so richtig wohl fühlten wir uns nicht.

 

Auf dem Echolot konnten wir nicht unbedingt Fisch sehen. Aber nach anfänglichen Misserfolg, zappelte es plötzlich an einigen Ruten auf altbekannte Weise.

 

So konnten wir innerhalb von 1,5 Stunden 7 etwas bessere Küchenfische landen.

. . . und die Stimmung war wie ausgewechselt. Es machte richtig Spaßßßßß.

 

Da es aber etwas ruppiger wurde haben wir mit den Worten: " Morgen früh fahren wir nochmal." die Rückfahrt angetreten.

YR.no sagte für den Vormittag des folgenden Tages ruhiges Wetter voraus.

 

Der Abend verlief entsprechend gut gelaunt, aber aufgrund des vorgenommenen Frühtrips am nächsten Tag, etwas eingekürzt.

 

                                                                                 Geht doch !!!

 

 

Donnerstag, den 11.05.2017

 

Vorab:

 

                               Der schönste Angeltag.

 

Einer der schönsten überhaupt auf unseren gesamten Norwegentrips.

 

Nach dem Motto:

'Das frühe Huhn bekommt das Korn.'

Das haben wir auf die Minute genau auch geschafft.

So fuhren wir 1,5 Std, bei 4 Grad mit 2 Tafel Schokolade einen laaaaangen Remmel Salami und eine Kanne Kaffee los.

 


 

Wie ihr vielleicht erkennen könnt, war die Stimmung bereits gut.

Ich kann euch berichten, dass die anfängliche Skepsis die Kletten aufzusuchen, gänzlich verflogen war. Und wenn ich es vorwegnehmen darf, in Teilen haben wir es bereut erst so spät im Urlaub dort hin zu fahren.
 

Warum kommt im Verlauf.

 

So fuhren wir in einer neu gewonnenen Routine raus.

Nachdem wir die Lämekletten erreicht haben, hatten wir auf dem Echolot dieses Bild erblicken können:

 

 

Kurze Erklärung:

 

Oben:      Störungen (Tribut der Empfindlichkeit)

 

Mitte:       Seelachs

 

Unten:     Steigender, steiniger Untergrund

 

Wassertiefe:  45,1 m

 

Wassertemp.: 8,6 Grad

Diesen Schwarm haben wir überfahren, da wir die Lämekletten noch nicht erreicht hatten.

Jedoch hatten wir beim Erreichen wieder ein solches Signal und entschieden uns um 07:30 Uhr zur ersten Drift.

 

. . . und: einfach geil:

 

Auch wenn die Seelachse nicht wild in unsere Pilker bissen, konnten wir doch einige überreden.

 

Nach wenigen Minuten waren einige schöne Seelachse und auch ein 60er Dorsch an Bord.

Nach der ersten Drift haben wir etwas versetzt.
Kurz darauf dieses Bild:

 

Im Verlauf stellten wir fest, dass wir unsere Position gar nicht veränderten brauchen.

Die Schwärme zogen stetig meist in einer Tiefe um 25 - 30 m unter uns durch.

 

Wir hatten eine neue Methode, gepaart mit guten Echolotanzeigen.


Noch eins kam dazu, was unseren anhaltenden Erfolg wohl ausmachte:
 

Bei unseren mageren Fangergebnissen der letzten Tage haben wir festgestellt, dass die fängigen Farben; 'wenn man von fängig reden kann' Rottöne waren. Bei uns war es nicht Weiß!!!!

Also ROT (auch pink, lila oder orange).

So sind wir vorgegangen:

Vorab: Unsere Rollen waren mit Multicolorschnur bespult (3 von uns - einer hatte eine einfarbige Schnurfarbe). Diese Multicolor benutzten wir zum ersten Mal.

Zum guten Fangergebnis auf den Lamekletten:

Wie ihr ja auf dem Echolot gut sehen könnt, konnten wir ziemlich genau sehen, in welcher Höhe die Seelachse unter uns herzogen.

Mit unserer Multicolor konnten wir exakt die Tiefe ansteuern.

Genauer: Etwas drunter, da wir die beliebteste Pilkmethode unserer Masfjordenkönigin anwendeten.

Nämlich das Speedpilken. Ich benutze diese Methode, die ich selber von der Masfjordenkönigen ans Herz gelegt bekommen habe, selber immer wieder erfolgreich und gerne.

Darum lasse ich den von Angelzicke selbet entworfenen Pilker (100g) mit Hilfe der Multicolorschnur ca. 5-10m unterhalb der Stehhöhe.

Dann wird der Pilker schnell (schnell ist zu variieren) durch die Lachsschwärme gezogen. Sollte kein Biss erfolgen, lassen ich den Pilker einfach wieder runter (wie zuvor) und dann wieder schnell durch die Lachse ziehen.

Irgendwann erfolgt der Biss.

Das ist ein Teil UNSERES Erfolges. Der weitere Teil ist, dass wir zusammenarbeiten.

Sollte jemand von uns einen Biss haben, verkündet er mit Hilfe seiner Multicolorschnur die Höhe der Bissattacke. Die anderen können dann reagieren und ihrerseits mit Hilfe ihrer Multicolorschnur diese Höhe mit ihren Pilker ansteuern.

Ich sage euch, das klappt!!!! Sehr sehr oft haben die anderen im Boot dann auch unmittelbar Bisse. Es ist nicht übertrieben.

Die Funktionalität wurde uns bestätigt.
Einer von uns 4 im Boot hatte wie schon gesagt eine einfarbige Schnur und hatte keine Höhenkontrolle. Er hat keinen!!! Fisch gefangen. Es ist so. Keinen - und nicht fast keinen.

Die Boote neben uns pilken erkennbar erfolgloser als wir auf althergebrachter Weise. (Pilker auf gleicher Höhe immer auf und ab)
Der Erfolg gab uns Recht. Es ist auch nachzuvollziehen, da es plausibel ist. Oder?

Festgestellt haben wir auch, dass ca. 20 % unserer 30 gefangenen Fische im Körper oder am Kopf gehakt wurden. Dazu sollte sich jeder selber eine Meinung bilden, wie er es deutet.
Vielleicht ein schönes Diskussionsthema.

Fazit:
Wir haben sehr gut in der Kombi:

 

  • Gut eingestelltes Echolot
  • Multicolorschnur
  • Speedpilken (nicht immer unbedingt so schnell)
  • Gute Zusammenarbeit in der Absprache (Höhe des Bisses)          gefangen.


Wir würden es jetzt immer wieder anwenden. Multicolorschnur zur Kontrolle der Höhe wird uns jetzt immer begleiten.

Das zur Methode. Dies wurde uns von Forenmitglieder auch so bestätigt.

 

Diese Erfolge steigerten die ohnehin schon gute Stimmung im Boot.

Zeitweise wurden Sprüche gelassen, dass der Pippi in den Augen stand. Und wir sind schon immer gut in Sprüche klopfen gewesen und schwer mit Kopfkino zu beeindrucken, da wir selber stetig heftiges Kopfkino haben. Aber dort, auf dem Boot . . .

Leider lässt sich so etwas nicht in Worte fassen. Im Rahmen von guter Laune waren

jede Menge aufgeblümtes Kopfkino. Ihr glaubt gar nicht, wie phantastisches Kopfkino Menschen haben können. Lachen, Aufziehen, dumme Sprüche und und und . . .
Leider gelingt es mir nicht die erlebte Stimmung in Wort und Bild wieder zu geben. Schade.

 

Da der Wind dann etwas auffrischte haben wir uns dazu entschieden zurück zu fahren.

Aber für uns war es einmalig schön und bleibt unvergessen. 

         Kaffee aus de Fischbütt.

 

 

Ich muss wohl meine Medikamentendosis erhöhen oder . . .

 

 

Die auf der Rückfahrt durchgeführte Schlachterei blieb nicht unbemerkt.

 

 

Da YR.no zum Nachmittag stärkeren Wind vorhersagte, war für den Nachmittag Kultur angesagt.

 

Wir sind dann mit dem Boot zu dem kleinen Hafen hinter dem Steinbruch gefahren und haben dort fußläufig das sehr interessante und unerwartet weitläufige Gelände um den Leuchtturm erkundet.

 

Eine großflächige Militäranlage aus dem 2. Weltkrieg mit abenteuerlichen Höhlengängen.

Diese Anlage ist sehr natürlich mit einer Vielzahl an Ruinen und Relikten aus Kriegszeiten.

Auch die Aussicht von dort ist sehr schön.

 

In jedem Fall ein Besuch wert. Frank, Rene und Ralph waren sogar zwei Mal da.

 

Der einzige Wehrmutstropfen: Der von YR.no angesagte Wind blieb aus und eine Lämerklettentour wäre bei Sonnenschein möglich gewesen. Ohhhh

 

 

So jetzt muss ich mich wohl kürzer halten, da ich offensichtlich tatsächlich den quantitiven technischen Rahmen des Homepageanbieters an dieser Stelle sprenge. ( Hinweis wie: ' Es können keine weiteren Elemente mehr eingefügt werden. ' )

 

Soooo viel gibt es auch nicht mehr.

 

Freitag wollten wir eigentlich nochmal auf den Lämerkletten. Das war wettertechnisch aber nicht machbar. So sind wir unter viel Wind die Hotspots im Fjord nochmal angefahren.

 

Aufgrund von 'nichts gefangen und unangenehmen Wetterbedingungen' sind wir nach 2 Stunden wieder rein.

 

So widmeten wir uns der Reinigung der Boote und der Unterkunft. Danach setzten wir uns noch zusammen und hatten noch einen schönen Abend mit gewohnter Schlagermusik und einer kleinen Trinkung.

 

So endete unser Norwegenurlaub mit einer unspektakulären Rückfahrt.

 

Todmüde kamen wir morgens um 06:00 Uhr zu Hause an und fielen in unsere Kojen.

 

Das Fazit dieses Norwegentrips folgt noch.

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7    Kosten Tour

 

Was hat uns die ganze Tour wirklich gekostet?

 

 

Was Preis pro Person
     
Unterkunft Camilla incl. Boot 737 € 123 €
Endreinigung 130 € 22 €
2. Boot 200 € 34 €
Fähre (hin / zurück) 586 € 96 €
Verpflegung 400 € 67 €
Sprit Fahrt (2400 km) 400 € 67 €
Sprit Boot 156 € 26 €
Maut 30 € 5 €
     
Gesamt 2641 € 440 €

 

 

Das sind die Kosten, welche tatsächlich angefallen sind. Es ist bestimmt noch etwas günstiger möglich (günstigere Unterkunft, sparsamere Pkw, weniger Bootstouren auf dem Fjord). Aber man kann es auch mit Einsparen übertreiben.

Unterm Strich ist eine Woche Angelurlaub für unter 450 € möglich. (Grundlage: 6 Personen)

 

Zu bedenken ist aber auch; so haben wir es gemacht; dass die beiden, welche ihren Pkw zur Verfügung stellen, mit je 50 € vom Gesamtpreis entlastet wurden, so dass die Fahrer nur 400 € bezahlen und die Mitfahrer 465 € mussten.

 

Im Nachhinein war das 2. kleinere Boot nicht unbedingt nötig, da das Yellowboot eine '6-Personen-Zulassung' hatte und aus meiner Sicht auch mit 8 Personen hätte benutzt werden können.

 

Würde bedeuten, dass es auch für ganz knapp über (für die Fahrer sogar drunter - 360 € -) 400 € gegangen wäre, wenn wir das kleine Boot nicht beibestellt hätten. (Beachte  . . .   mit spitzem Bleistift).

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8    Erfahrungen in Norwegen

 

Ja, welche Erfahrungen haben wir in Norwegen gemacht.

 

Wir sind erneut bestätigt worden, was es für ein schönes Land ist. Die Mischung aus Urgewalt, faszinierende Landschaftsbilder. Die Fjorde. Alles das beeindruckt uns genauso intensiv wie beim ersten Trip 2011.

 

Leider haben wir nie viel Kontakt zur Bevölkerung, auf die wir eigentlich sehr neugierig sind. Aber bei kleinen Städtetouren, wie dieses Jahr einen Abstecher durch Kristiansand, bemerkt man die Lockerheit der Norweger. Man sieht sie, man spürt sie.

 

Es ist nicht alles so an einer staatlichen Ordnung gebunden. 13 scheint manchmal gerade. Ein Geländer ist zur Sicherheit und unterliegt keiner staatlichen Norm. Es ist alles so einfach und für uns 'erbsenzählenden' Deutschen dann doch nicht immer so einfach zu verstehen.

 

Wir wünschten uns schon mehr persönlichen Kontakt zu dem norwegischen Volk.

 

Aus praktischer Sicht:

 

1. Es ist kein Geheimnis, dass die Lebenshaltungskosten in Norwegen höher sind. Besonders Luxusgüter können 

    bis zu mehrere Hundert Prozent teurer sein. Grundbedürfnisse wohl so 30-60 %.

 

2. Eine Kreditkarte ist unverzichtbar. Diese ist in Norwegen das Hauptbezahlmittel und gehört in die Geldbörse.

 

3. Strafen; insbesondere Verkehrsverstöße, können sehr teuer werden. Hier sollte man sich dran halten.

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9    Fazit

 

Ich versuche mich für UNSER Fazit so gut wie möglich an die Gruppenmeinung zu halten.

 

Norwegen ist ein schönes Land. Da sind wir uns alle einig.

 

Auch Südnorwegen hat seine Vorzüge. Der Rosfjord und sein Mündungsbereich liegt wunderschön in Berghänge gebettet, wie wir es eigentlich nur aus Norwegen kennen.

Das typische Flair der sanften Urgewalt erfasste uns auch hier in Südnorwegen.

 

Die Unterkunft machte erst einen eher negativen ersten Eindruck. Dieser wurde aber mit einer angenehmen neuen Innenausstattung weggemacht.

 

Wir haben noch in keinem Norwegenurlaub so gut funktionierende Boote gehabt.

 

Auch die Gruppe war wieder genial harmonisch. Sowohl kleine Trinkungen, große Trinkungen, Aufgabenwahrnehmungen, Bootstouren und Angeltouren waren alle sehr schön. Wieder ergänzten wir uns wie gewohnt und es gibt nicht eine negatives Erlebnis.

 

Aber einen maßgeblichen Wehrmutstropfen gab es:

Die Angelei.

Auf einer Skala von 0 - 10 (10 = gut) würden wir uns wohl bei 3 einfinden. Die beiden Ausfahrten auf die Lämerkletten retteten die Bewertung, so dass es nicht 1 oder 2 wurde. 

 

Erschwerend kommt dazu, dass wir eben nur auf den Lämerkletten einigermaßen gefangen haben. Aber die sich auf dem offenen Meer befindlichen Kletten entsprechen gar nicht unsere Vorstellung zum Angeln in Norwegen.

 

Wir fühlten uns in den vergangenen Urlauben in den Fjorden immer sehr wohl. Da ist nicht nur der 'sich sicherer fühlen' Aspekt.

Da ist auch der landschaftliche Aspekt ein wesentlicher Punkt. Es ist für uns einfach eine ganz andere Wohlfühlambiente, die es einfach ausmacht.

 

So kommen wir wohl alle zu dem Schluss, dass es optisch sehr schön war, die Unterkunft sehr angenehm war, die Gruppe wieder super harmonierte; wir aber aufgrund der doch so schlechten Angelbedingungen nicht nochmal nach Südnorwegen fahren würden.

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10    Quellen

 

 

 

 

 

So, das soll es dann mal gewesen sein.

 

Es ist wieder viellll mehr geworden, wie wir es eigentlich vor hatte.

 

Wir glaube wohl kaum, dass es alle bis hier hingeschafft haben.

 

So bedanke wir uns eben bei euch, die es dann bis hier geschafft haben für eure Geduld.

 

Wir hoffen, dass es aufschlussreich und unterhaltsam war und vielleicht einige Anregungen liefern konnte.

 

Schreibt ruhig ein oder zwei Sätze in unser Gästebuch. Wir würden uns sehr freuen.

 

Zum Abschluss möchte wir hier noch ein Fotoalbum mit den schönsten Bildern für euch anhängen.

 

 

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